Das Ravensberger Hügelland

Huegelland Hügellandschaft bei Spenge

Name und Ursprung

Deutlich abgegrenzt liegt die „Ravensberger Mulde“ oder das „Ravensberger Hügelland“ zwischen den beiden Mittelgebirgen Teutoburger Wald im Süden und Wiehengebirge im Norden. Nach Westen und Osten ist die Abgrenzung etwas schwieriger; hier geht das Ravensberger Hügelland einerseits in das Osnabrücker Hügelland bei Melle und andererseits in das westliche Lipper Bergland über.

Der Norden von Bielefeld zählt zum Ravensberger Hügelland, anders als die Gebiete südlich des Teutoburger Waldes, die zu dem gänzlich anderen Landschaftstyp Östliches Münsterland gehören (flach und sandig). Naturräumliche Einheiten halten sich nicht an die vom Menschen gezogenen politischen Grenzlinien. Am Grenzbach Warmenau, der am Nordhang des Teutoburger Waldes in Werther (Kreis Gütersloh) entspringt, ist dies deutlich sichtbar. Fast neun Kilometer ist der Bach sogar die Landesgrenze zwischen NRW und Niedersachsen - dennoch gehört die Landschaft zu beiden Seiten der Warmenau zum Ravensberger Hügelland.Die Burg Ravensberg, einst gräflicher Stammsitz, gibt der Landschaft ihren Namen. Die Reste der Burganlage liegen allerdings weiter entfernt - bei Borgholzhausen im Teutoburger Wald. Das ursprüngliche Territorium der alten Grafen ist (natürlich) nicht deckungsgleich mit dem Naturraum. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts umfasste die Grafschaft weite Teile im Westen des Kreises Gütersloh und in der Senne. Um Verwechslungen mit der alten politischen Einheit zu vermeiden, wurde der Zusatz „Hügel“(-land) eingefügt. Das Ravensberger Hügelland ist je nach Schätzung unterschiedlich groß: 755 km² steht bei Wikipedia oder laut Geograph Adolf Schüttler sind es nur 662 km². Davon macht mit 445 km² der Kreis Herford auf jeden Fall mehr als die Hälfte aus. Die Fläche ist mit ca. 400.000 Einwohnern relativ dicht besiedelt (626 bis 770 Einwohner auf
1 km²; zum Vergleich sind es in NRW 515 Ew. / km²).

Eiszeiten formten Täler,  Hügel und Quellen

werre hiddenhausen 3 P1060862 Werre in Hiddenhausen

Im tieferen Untergrund des Ravensberger Hügellandes findet sich vor allem Tonschiefer. Vor über 180 Millionen Jahren erstreckte sich hier wie in fast ganz Mitteleuropa ein flaches, warmes Meer. Deshalb finden sich zwischen Rödinghausen und Herford im Erdreich Versteinerungen von Schnecken, Muscheln und Ammoniten, die bei Abgrabungen und ähnlichem zu Tage kommen. Bei dem Rückgang des letzten Eises vor ca. 70.000 Jahren bildeten sich durch die Formkraft der Gletscher und die zahllosen Gewässer voller Schmelzwasser viele kleinere und einige größere Bach- bzw. Flusstäler. Den drei Flüssen Aa, Else und Werre (und damit letztendlich der Weser) fließen mehr als 50 größere oder kleinere Bäche zu, die weit verzweigt die Landschaft durchfließen und prägen. Hunderte Quellen finden sich am Ursprung der vielen Wasseradern.

Lösslehm und Braunerde: Vom Winde verweht und fruchtbare Grundlage

DobergDoberg in Bünde

Über die Schiefertonplatten - entstanden aus dem Meeresboden - lagerten sich zunächst Liastonschichten an, die vielerorts das Versickern des Wassers aufhalten und staunasse Bereiche entstehen ließen. Vor allem seit der letzten Eiszeit wehte der Wind feines Material herbei, das als Lössdecke bis zu fünf Meter starke Schichten bildete. Lösslehm ist schwach tonig, hellbraun, sehr feinkörnig und verwittert zur fruchtbaren Braunerde. An Wegrändern, offenen Ackerflächen, Graben- oder Bachrändern ist der Löss leicht zu finden. Man sollte ihn einmal in die Hand, bzw. zwischen die Finger nehmen. Dabei spürt man… fast nichts!

Die sehr feinen Partikel des Lehmes verschwinden beim Zerreiben fast wie Mehl. Die Feuchtigkeit speichernde und leicht zu bearbeitende Braunerde ermöglicht bis heute einen relativ leichten und dabei aber ertragreichen Ackerbau. Die günstige Korngröße sowie ein gutes Luft- und Wasserverhältnis fördern das Bodenleben. Ähnliche Böden finden sich in in der Soester oder Magdeburger Börde. Insofern zählt das Ravensberger Hügelland zu den fruchtbarsten Landwirtschaftsregionen Deutschlands.

 

Fotos, Zeichnungen, Abbildungen:

  • Hügellandschaft bei Spenge, Doberg bei Bünde, Werre in Hiddenhausen: Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford e.V.

 

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